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Rutschpartie
auf's Podest
Der zusätzlich angesetzte Lauf zur BFGoodrich Langstrecken Trophy hatte
für uns eigentlich nur noch ein Ziel: Wir wollten zum Saisonabschluss
nochmals unter Beweis stellen, dass wir ohne Unfallfolgen in der Lage
sind, auch das letzte Rennen ohne technische Probleme mit einem guten
Ergebnis ins Ziel zu bringen. Dass es dabei mit etwas Glück sogar zu
einem Podiumsplatz reichte, hat uns alle sehr gefreut, wie sicherlich
viele Besucher bei der Siegerehrung sehen konnten.
Oliver Kainz musste auch zum Saisonabschluss als einziger Fahrer im
Eifelblitz Platz nehmen, denn Andreas Teichmann konnte erneut nicht
teilnehmen. Deshalb konnten wir das Training sehr entspannt angehen und
uns voll auf den besten Zeitpunkt auf der Strecke konzentrieren.
Nach einer ersten Besichtigungsrunde bei den nassen Verhältnissen mit
viel Laub auf der Strecke kam Oliver auch direkt wieder an die Box. Er
berichtete zu dem noch von einer sehr langen Ölspur ab dem Adenauer
Forst. Der Streckenzustand musste sich also zunächst erheblich
verbessern, bevor wir wieder auf die Strecke gingen. Der Wagen wurde
also in der Box geparkt und wir warteten auf die ersten
Zeitenverbesserungen.
So ganz allmählich tat sich etwas auf dem Zeitenmonitor, aber es war
auch langsam die Zeit gekommen, sich für das Trainingsende fertig zu
machen. 25 Minuten vor der Schwarz-Weißen-Flagge ging Oliver zur
Zeitenjagd auf die Strecke.
Bei diesen Verhältnissen war „Rain-man“ Oliver wieder in seinem Element.
Schon seine erste Rundenzeit brachte uns in die Top Ten, die zweite
Runde bedeutete nochmals eine Steigerung und mit seiner letzten
Trainingsrunde stellte er den Eifelblitz nach langer Zeit nochmals auf
den fünften Startplatz. Da auch keine technischen Auffälligkeiten bei
dem Service vor dem Rennen festgestellt wurden, waren wir sehr
zuversichtlich für den Rennverlauf.
Nach dem Start hatte Oliver aber mit dem ersten Satz Regenreifen einige
Probleme. Er beklagte sich über wenig Grip und verlor Platz um Platz.
Natürlich fuhr er den bereits angefahrenen Satz Reifen vom Training,
aber eine solche Verschlechterung war für uns unerklärlich. Auf Platz 11
liegend holten wir ihn frühzeitig bereits nach Runde acht an die Box, um
Reifen zu wechseln und natürlich nachzutanken.
Der zweite Satz Regenreifen war besser und schon war auch seine
Angriffslust wieder vorhanden. Es ging stetig aufwärts und die
Rundenzeiten waren im Vergleich zur Konkurrenz wieder viel
versprechender. Den größten Erfolg versprachen wir uns aber von der ganz
langsam abtrocknenden Strecke. Die Frage war, wann können wir auf
Intermediates, oder sogar auf Sliks wechseln. Wir beobachteten genau,
was die Spitzenteams machten. Wir wollten mit dem Zeitpunkt der neuen
Reifenwahl einen Vorteil erlangen.
Einige Teams wechselten mittlerweile auf Sliks, obwohl am Horizont
wieder dunkle Wolken aufzogen. Wir warteten deshalb so lange wie möglich
mit der Reifenentscheidung. Damit kamen wir natürlich unserem erlaubten
Tankfenster sehr nahe, aber Oliver traf bereits eine Runde zuvor die
richtige Entscheidung.
Die Strecke war in der Zwischenzeit auf der Ideallinie trocken und das
Wetter schien sich zu stabilisieren. Oliver wollte bereits nach Runde 18
auf Intermediate-Reifen wechseln. Mit einem sehr guten Stopp verloren
wir kaum an Boden und konnten jetzt richtig angreifen. Nachdem auch die
Konkurrenten ihren Boxenstopp absolviert hatten und wir erstmalig das
bereinigte Klassement auf dem Monitor sahen, hatte Oliver bereits Platz
vier erkämpft.
Erste Gedanken keimten auf, ob wir sogar noch einen Podiumsplatz
erreichen könnten. Wir mussten ja „nur“ den vor uns liegenden Manthey
Porsche bezwingen. Das aber war gar nicht so unwahrscheinlich, denn
unsere Rundenzeiten waren schneller, weil Manthey bereits technisch im
neuen Reglement unterwegs war. Zwei Runden vor Schluss konnte Oliver ihn
auf der Geraden überholen und einen ungefährdeten dritten Gesamtplatz
ins Ziel bringen.
Das gesamte Team, besonders Oliver und Johannes freuten sich euphorisch.
Das war genau der richtige Saisonabschluss, den sich alle für den Winter
gewünscht hatten. Wir wollen festhalten, dass es die erste Saison war,
in der weder am Fahrzeug noch am Motor während eines Rennens ein
größerer Defekt zum Ausfall führte. Das zeigt auch die
Zuverlässigkeitswertung des Stahlwille Top 20 Pokals, in der wir dieses
Jahr zusammen mit dem Wochenspiegel Porsche und direkt hinter dem
Manthey Porsche Platz zwei belegen konnten.
Lassen wir deshalb die Saison nochmals kurz Revue passieren. Von 10
angesetzten Meisterschaftsläufen konnten zunächst nur 8 ausgetragen
werden. Es gab eine Absage beim ersten Lauf wegen schlechten Wetters,
Lauf 8 musste wegen eines Unfalls, bei dem Biodiesel auf die Strecke
auslief und kurzfristig nicht zu beseitigen war, abgesagt werden.
Deshalb wurde ein Zusatzrennen angesetzt.
Wir konnten zweimal mit Platz drei auf dem Podium stehen und wurden im
ersten Lauf fünfter. Eine gute Platzierung wäre ebenfalls im vorletzten
Rennen möglich gewesen, wären wir nicht durch einen unverschuldeten
Startunfall weit zurück geworfen worden. Trotzdem konnten wir am Ende
noch Platz 8 erreichen. Es folgen zwei 9. Plätze, wobei wir mit den
Problemen der Ölabscheidung im vierten Lauf den vierten Platz
verschenkten. Mit einer gebrochenen Felge haben wir immerhin noch Platz
13 beim 9. Meisterschaftslauf belegt. Es bleiben die zwei Unfälle. Im 2.
Rennen ist so vermutlich ein weiterer vierter Platz verloren gegangen.
Das Highlight aber war das 24h-Rennen. Nach einem Problem mit der
Ölpumpe im abendlichen Abschlusstraining, haben wir vorsorglich in der
Nacht zum Rennen den Motor gewechselt. Mit weniger als drei Stunden
Schlaf haben wir den Eifelblitz auf einen tollen Gesamtrang 6 ins Ziel
gebracht.
Es war eine Saison, auf der sich aufbauen lässt. Mit der Neueinführung
der Restriktoren erwarten wir uns wieder verbesserte Chancen gegenüber
der werksunterstützten Konkurrenz. Nach dem Winter sollten wir einen
Motor weiter entwickelt haben, der dem „Eifelblitz“ zu neuer
Wettbewerbsfähigkeit verhilft.
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