Rennbericht 11. VLN-Lauf 2008

 

 

Rutschpartie auf's Podest


Der zusätzlich angesetzte Lauf zur BFGoodrich Langstrecken Trophy hatte für uns eigentlich nur noch ein Ziel: Wir wollten zum Saisonabschluss nochmals unter Beweis stellen, dass wir ohne Unfallfolgen in der Lage sind, auch das letzte Rennen ohne technische Probleme mit einem guten Ergebnis ins Ziel zu bringen. Dass es dabei mit etwas Glück sogar zu einem Podiumsplatz reichte, hat uns alle sehr gefreut, wie sicherlich viele Besucher bei der Siegerehrung sehen konnten.

Oliver Kainz musste auch zum Saisonabschluss als einziger Fahrer im Eifelblitz Platz nehmen, denn Andreas Teichmann konnte erneut nicht teilnehmen. Deshalb konnten wir das Training sehr entspannt angehen und uns voll auf den besten Zeitpunkt auf der Strecke konzentrieren.

Nach einer ersten Besichtigungsrunde bei den nassen Verhältnissen mit viel Laub auf der Strecke kam Oliver auch direkt wieder an die Box. Er berichtete zu dem noch von einer sehr langen Ölspur ab dem Adenauer Forst. Der Streckenzustand musste sich also zunächst erheblich verbessern, bevor wir wieder auf die Strecke gingen. Der Wagen wurde also in der Box geparkt und wir warteten auf die ersten Zeitenverbesserungen.

So ganz allmählich tat sich etwas auf dem Zeitenmonitor, aber es war auch langsam die Zeit gekommen, sich für das Trainingsende fertig zu machen. 25 Minuten vor der Schwarz-Weißen-Flagge ging Oliver zur Zeitenjagd auf die Strecke.

Bei diesen Verhältnissen war „Rain-man“ Oliver wieder in seinem Element. Schon seine erste Rundenzeit brachte uns in die Top Ten, die zweite Runde bedeutete nochmals eine Steigerung und mit seiner letzten Trainingsrunde stellte er den Eifelblitz nach langer Zeit nochmals auf den fünften Startplatz. Da auch keine technischen Auffälligkeiten bei dem Service vor dem Rennen festgestellt wurden, waren wir sehr zuversichtlich für den Rennverlauf.

Nach dem Start hatte Oliver aber mit dem ersten Satz Regenreifen einige Probleme. Er beklagte sich über wenig Grip und verlor Platz um Platz. Natürlich fuhr er den bereits angefahrenen Satz Reifen vom Training, aber eine solche Verschlechterung war für uns unerklärlich. Auf Platz 11 liegend holten wir ihn frühzeitig bereits nach Runde acht an die Box, um Reifen zu wechseln und natürlich nachzutanken.

Der zweite Satz Regenreifen war besser und schon war auch seine Angriffslust wieder vorhanden. Es ging stetig aufwärts und die Rundenzeiten waren im Vergleich zur Konkurrenz wieder viel versprechender. Den größten Erfolg versprachen wir uns aber von der ganz langsam abtrocknenden Strecke. Die Frage war, wann können wir auf Intermediates, oder sogar auf Sliks wechseln. Wir beobachteten genau, was die Spitzenteams machten. Wir wollten mit dem Zeitpunkt der neuen Reifenwahl einen Vorteil erlangen.

Einige Teams wechselten mittlerweile auf Sliks, obwohl am Horizont wieder dunkle Wolken aufzogen. Wir warteten deshalb so lange wie möglich mit der Reifenentscheidung. Damit kamen wir natürlich unserem erlaubten Tankfenster sehr nahe, aber Oliver traf bereits eine Runde zuvor die richtige Entscheidung.

Die Strecke war in der Zwischenzeit auf der Ideallinie trocken und das Wetter schien sich zu stabilisieren. Oliver wollte bereits nach Runde 18 auf Intermediate-Reifen wechseln. Mit einem sehr guten Stopp verloren wir kaum an Boden und konnten jetzt richtig angreifen. Nachdem auch die Konkurrenten ihren Boxenstopp absolviert hatten und wir erstmalig das bereinigte Klassement auf dem Monitor sahen, hatte Oliver bereits Platz vier erkämpft.

Erste Gedanken keimten auf, ob wir sogar noch einen Podiumsplatz erreichen könnten. Wir mussten ja „nur“ den vor uns liegenden Manthey Porsche bezwingen. Das aber war gar nicht so unwahrscheinlich, denn unsere Rundenzeiten waren schneller, weil Manthey bereits technisch im neuen Reglement unterwegs war. Zwei Runden vor Schluss konnte Oliver ihn auf der Geraden überholen und einen ungefährdeten dritten Gesamtplatz ins Ziel bringen.

Das gesamte Team, besonders Oliver und Johannes freuten sich euphorisch. Das war genau der richtige Saisonabschluss, den sich alle für den Winter gewünscht hatten. Wir wollen festhalten, dass es die erste Saison war, in der weder am Fahrzeug noch am Motor während eines Rennens ein größerer Defekt zum Ausfall führte. Das zeigt auch die Zuverlässigkeitswertung des Stahlwille Top 20 Pokals, in der wir dieses Jahr zusammen mit dem Wochenspiegel Porsche und direkt hinter dem Manthey Porsche Platz zwei belegen konnten.

Lassen wir deshalb die Saison nochmals kurz Revue passieren. Von 10 angesetzten Meisterschaftsläufen konnten zunächst nur 8 ausgetragen werden. Es gab eine Absage beim ersten Lauf wegen schlechten Wetters, Lauf 8 musste wegen eines Unfalls, bei dem Biodiesel auf die Strecke auslief und kurzfristig nicht zu beseitigen war, abgesagt werden. Deshalb wurde ein Zusatzrennen angesetzt.

Wir konnten zweimal mit Platz drei auf dem Podium stehen und wurden im ersten Lauf fünfter. Eine gute Platzierung wäre ebenfalls im vorletzten Rennen möglich gewesen, wären wir nicht durch einen unverschuldeten Startunfall weit zurück geworfen worden. Trotzdem konnten wir am Ende noch Platz 8 erreichen. Es folgen zwei 9. Plätze, wobei wir mit den Problemen der Ölabscheidung im vierten Lauf den vierten Platz verschenkten. Mit einer gebrochenen Felge haben wir immerhin noch Platz 13 beim 9. Meisterschaftslauf belegt. Es bleiben die zwei Unfälle. Im 2. Rennen ist so vermutlich ein weiterer vierter Platz verloren gegangen.

Das Highlight aber war das 24h-Rennen. Nach einem Problem mit der Ölpumpe im abendlichen Abschlusstraining, haben wir vorsorglich in der Nacht zum Rennen den Motor gewechselt. Mit weniger als drei Stunden Schlaf haben wir den Eifelblitz auf einen tollen Gesamtrang 6 ins Ziel gebracht.

Es war eine Saison, auf der sich aufbauen lässt. Mit der Neueinführung der Restriktoren erwarten wir uns wieder verbesserte Chancen gegenüber der werksunterstützten Konkurrenz. Nach dem Winter sollten wir einen Motor weiter entwickelt haben, der dem „Eifelblitz“ zu neuer Wettbewerbsfähigkeit verhilft.



 

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