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Neue Karten
- schlecht gemischt!
Hallo Motorsportfreunde,
der mit Spannung erwartete erste VLN-Saisonlauf 2009 brachte für den
Eifelblitz einen sechsten Gesamtrang. Das Fahrertrio Duncan Huisman
(Niederlande), Stian Sorlie (Norwegen) und Jörg Viebahn (Engelskirchen)
erreichte damit gleichzeitig Rang vier in der SP7-Klasse und kam auch
als bester Nicht-Porsche ins Ziel.
Auch nach den weit reichenden Reglementsänderungen waren 15 Porsche in
den Top 20 zu finden. Der Gesamtsieg ging wieder an das Team Manthey
Racing im nach SP7-Reglement vorbereiteten Porsche 911 GT3 RSR mit
Marcel Tiemann und Timo Bernhard am Steuer. Dahinter kamen die Porsche
von Mamerow Racing (GT3-Klasse) und M-Speed (SP7) ebenfalls aufs Podium.
Unser langjähriger Fahrer Oliver Kainz verpasste im ersten Rennen auf
Porsche 911 das Podest als Vierter um 43 Sekunden.
Das Rennwochenende begann am Freitag Vormittag mit einer kleinen
Aufregung als Johannes Scheid von Unregelmäßigkeiten im Öldruck
berichtete. Durch einen Ölpumpentausch vor dem freien Training konnten
die Probleme jedoch behoben werden.
So stand der Eifelblitz ca. 30 min vor Trainingsbeginn zur technischen
Abnahme bereit. Aufgrund der Reglementsänderungen mit
fahrzeuggewichtsabhängigen Ansaugluftrestriktoren und Tankgrößen war
diese zum Saisonbeginn deutlich aufwändiger als bislang. Diese drei
Stellschrauben sollten eine Reduzierung der Rundenzeiten und eine
Angleichung der einzelnen Fahrzeuge ermöglichen.
Mit passendem ECU Set-Up konnte das freie Training bei Sonnenschein mit
drei neuen Fahrern beginnen. Als erster ging Stian Sorlie, der bislang
auf dem BMW Z4 von Schubert Motorsport unterwegs war, auf die Strecke.
Schnell stellte sich heraus, dass das (von Dennis Rostek) eine Woche
zuvor bei sehr kalten und nassen Bedingungen herausgefahrene Set-Up
zuviel Untersteuern provoziert. Nach zwei Runden Nordschleife kam Stian
herein und die Dämpfereinstellungen wurden angepasst.
Von Motor, Bremse und der Hinterachse wurde von Stian Sorlie nur
Positives vermeldet. Als nächster Pilot ging Jörg Viebahn, der vor
vielen Jahren schon einmal den 8er BMW mit dem FEV 4.4l-Motor pilotiert
hatte, auf die Strecke. Auch er berichtete von Untersteuern in
mittelschnellen Kurven. Weitere Änderungen an den Vorderreifen und an
der Fahrwerkseinstellung wurden vorgenommen.
Als letzter Fahrer stand danach noch Duncan Huisman, Profi-Rennfahrer
und Sieger des 24h-Rennens 2005, bereit. Er hatte den gleichen Eindruck
vom Fahrzeug wie seine beiden Mitstreiter. Nach zwei Runden Nordschleife
wurde das freie Training dann pünktlich um 18:00 Uhr beendet und der
Eifelblitz für das Zeittraining am Samstag morgen vorbereitet. Dazu
wurde an der Vorderachse eine weichere Feder eingebaut und die
Fahrzeughöhe neue eingestellt.
Zufrieden mit der konzentrierten Testarbeit der drei Piloten vom
Nachmittag konnten wir um ca. 20:30 die Heimfahrt nach Aachen antreten.
Am Samstag Morgen erwartete uns dann trockenes Eifelwetter und die
Trainingstaktik war schnell festgelegt. Zuerst sollte Duncan Huisman auf
die Strecke, weil er am Freitag zuletzt gefahren war und so die
Änderungen an der Vorderachse am besten beurteilen konnte. Er erreichte
im zweiten Umlauf eine 8:55. Allerdings plagte ihn auch weiterhin
Untersteuern. Schnell wurde klar, dass uns die Reglementsänderungen
stärker getroffen hatten als die zahlreichen Porsche-Teams. Auch einige
der neuen GT3-Fahrzeuge fuhren schnellere Rundenzeiten.
Anschließend ging Jörg Viebahn auf Strecke und erreichte in seiner
zweiten Runde eine 8:45. Als letzter Pilot nahm danach Stian Sorlie das
Training für drei Runden auf und erreichte zweimal die annähernd gleiche
Zeit wie Jörg zuvor.
Letztendlich standen wir damit nur auf Startplatz 19. Vor uns der
leichtere BMW Z4 von Dörr-Motorsport mit 3.2l Reihensechszylinder,
direkt hinter uns unsere BMW-V8 Konkurrenz von Getrag.
Trainingsschnellster war einmal mehr der Porsche 911 GT3 RSR von Land
Motorsport mit einer 8:20er Zeit. Die Reglementsänderungen mit dem Ziel
die Zeiten bei ca. 8:30 Minuten einzufrieren war also nicht gelungen.
Oliver Kainz ging von Startplatz 13 ins Rennen. Mit gemischten Gefühlen
sahen wir dem Rennen entgegen und machten den Eifelblitz rennfertig:
technisch war alles OK – nur der Startplatz war nicht das was wir uns
mit den drei guten Fahrern ausgerechnet hatten.
Um 12:00 Uhr eröffnete Jörg Viebahn dann für uns das Rennen, das über
eine Distanz von vier Stunden gehen sollte. Der Start von Jörg war gut
und brachte uns auf Platz fünfzehn vor als es zum ersten mal raus auf
die Nordschleife ging. Schnell war klar, dass die Zeiten der Spitze mit
teilweise unter 8:30 Minuten nicht mitgegangen werden konnten. Es
entwickelte sich aber ein schöner Dreikampf mit den beiden BMW Z4 von
Dörr-Motorsport und Getrag. Eine kurze Schrecksekunde gab es dann als
Jörg über Funk von Aussetzern in Rechtskurven berichtete. Durch
Umschalten auf die zweite Benzinpumpe konnten diese aber behoben werden.
Zur Sicherheit holten wir Jörg dann aber nach der achten Rennrunde zum
Fahrerwechsel und Nachtanken rein. Die Erfahrungen mit dem neuen 110
Liter Tank (zehn Liter weniger als bisher) reichten noch nicht aus um
die Entscheidung über eine weitere Runde auf der Strecke zu fällen.
Damit war klar, dass am Ende des Rennens ein dritter kurzer Boxenstopp
fällig werden würde um Kraftstoff für die letzte Runden aufzunehmen.
Innerhalb der Gesamtstrategie viel dies allerdings nicht ins Gewicht, da
eine weitere Reglementsänderung die Tankzeiten betrifft: entweder muss
mit einer teuren "Tankkanne" mit definiertem Durchfluss gearbeitet
werden oder die Gesamtboxenzeit innerhalb eines Vierstunden-Rennens muss
mindestens sechs Minuten betragen. Wir entschieden uns zu letzterem.
Als nächster Pilot ging Stian Sorlie dann ins Rennen. Auch er glänzte
mit sehr ausgewogenen Rundenzeiten und konnte sich aufgrund der vielen
und teilweise frühen Ausfälle (u.a. Uwe Alzen, Land-Motorsport, der neue
Alpina 6er mit Claudia Hürtgen am Steuer, die Zakspeed Viper, der neue
Audi A8-V10 mit der Audi-Legendenbesetzung Stuck/Biela/Pirro) langsam im
Klassement nach vorne arbeiten.
Bereinigt von den unterschiedlichen Strategien – aufgrund der jetzt
unterschiedlichen Tankgrößen der einzelnen Fahrzeuge auch innerhalb
einer Klasse – wechselten wir auf Gesamtrang acht auf Duncan Huisman.
Auch er ging wieder mit vollem Tank und neuen Reifen ins Rennen. Bis zu
dem geplanten "Splash and Dash"-Tankstopp vor der letzten Runde konnte
Duncan sogar Platz sechs übernehmen. Da der Wochenspiegel-Porsche
ebenfalls noch Tanken musste und der Cup-Porsche von Manthey weit genug
zurücklag gingen wir auch auf Platz sechs in die letzte Runde und so
auch über die Ziellinie.
Das Endergebnis spiegelt damit die Erwartungen wider, die wir aufgrund
der sehr guten, professionellen und auch ausgeglichenen Fahrerbesetzung
hatten.
Auf der anderen Seite stehen die Sieger der letzten Jahre weiterhin
vorne. Auch ist zu vermuten, dass einige Teams ihre Karten noch nicht
voll aufgedeckt haben. Die aufwändigen und kostenintensiven
Regelmentsänderungen greifen mit den jetzigen Einstufungen nicht. Noch
immer dominieren die Porsche und die Rundenzeiten sind mit Nichten auf
das Niveau von 8:30 Min gefallen. Es ist davon auszugehen, dass weitere
individuelle Anpassungen von Fahrzeuggewicht, Restriktorgröße und
Tankinhalt ("Balance of Performance") folgen werden.
Die Fahrerbesetzung des Eifelblitzes für den zweiten Saisonlauf bleibt
weiterhin noch offen. Der gute Eindruck vom ersten Rennwochenende sollte
es aber ermöglichen zahlungskräftige und schnelle Fahrer zu finden.
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