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Saisonstart noch ohne FEV-Racing / GT3-Klasse weiter auf dem Vormarsch
Wie
letzte Woche bereits berichtet, werden wir erstmals seit 2003 die Saison
nicht mit dem ersten Lauf beginnen. Der für den Verkauf vorbereitete
Eifelblitz von Johannes Scheid steht derweil topp vorbereitet und mit
einem frisch revidierten FEV 4.0l-V8 ausgerüstet in Kottenborn.
Dass der altbewährte BMW M3 GTS aus der SP7-Klasse nicht mehr eingesetzt
werden soll, liegt auch am immer stärker professionalisierten
Wettbewerbsumfeld in der VLN. Die erstmals im 2009er Reglement
vorgesehenen technisch stark reglementierten Rennwagen der GT3-Klasse
(SP9) sind eindeutig weiter auf dem Vormarsch. Der aus der letzten
Saison bekannte Zweikampf zwischen Audi und Porsche wird 2010 mindestens
zum Dreikampf.
BMW bietet mit dem Z4 erstmals in der GT3-Klasse ein Fahrzeug an.
Gemeldet sind zwei Wagen, die von Schubert Motorsport eingesetzt werden
und von Claudia Hürtgen, Jörg Müller, Richard Göransson – sowie
‘unseren’ Vorjahresfahrern Jörg Viebahn, Stian Sorlie und Marko Hartung
pilotiert werden. Das zweite Standbein von BMW sind die beiden M3 in der
‘Werkswagen-Klasse’ E1-XP. Unter anderem sitzen dort
Nordschleifenspezialist Dirk Adorf, der ehemalige DTM-Fahrer Uwe Alzen
und der aktuelle BMW Werksfahrer Augusto Farfus aus der Tourenwagen-WM
am Steuer. Die ersten Einsätze am Ende der letzten Saison waren schon
sehr gut und während der Winterpause haben BMW Motorsport und das
Einsatzteam Schnitzer den Wagen sicherlich weiterentwickelt.
Der stärkste Porsche-Jäger war im letzten Jahr Audi, die jetzt mit vier
Werks- oder zumindest werksnahen R8 mit V10-FSI Motor in die Saison
gehen. Auch hier sind mit u.a. dem zweimaligen DTM-Champion Mattias
Ekström, Frank Biela, Christian Abt oder Lucas Luhr nur ‘Hochkaräter’ am
Lenkrad zu finden. Einzeln hervorzuheben ist sicherlich Marc Basseng,
der seit 2004 auf der Nürburgring-Nordschleife insgesamt 19 Gesamtsiege
herausfahren konnte. Zwei weitere R8 werden vom Gesamtsiegerteam der
letzten beiden Jahre eingesetzt. Es ist aber davon auszugehen, dass
Black Falcon nach dem Wechsel aus der Serienwagenklasse in die Klasse
der Gesamtsiegerfahrzeuge erst noch in die Aufgabe hineinwachsen muss.
Was macht Porsche? Wie jedes Jahr werden auch 2010 neue Varianten des
Motorsport-Klassikers Porsche 911 an den Start gehen. Konnte das
Top-Team Manthey-Racing letztes Jahr noch mehrere Gesamtsiege und den
Sieg beim 24h-Rennen mit dem einzig echten RSR in der VLN holen, so geht
auch hier eindeutig der Trend in die SP9. Der neue GT3 R mit dem
Fahrer-Trio Tiemann/Lieb/Bernhard darf auch in der neuen Saison wieder
zu den absoluten Sieganwärtern gezählt werden. In weiteren von Olaf
Manthey vorbereiteten 911 GT3 R sitzen u.a. Porsche Supercup Fahrer
Richard Westbrook, ex-DTM Pilot Alexander Margaritis und unser
langjähriger Stammpilot Oliver Kainz. Der BMW-Händler aus Kottenheim
berichtete aber bei den Test- und Einstellfahrten am letzten Wochenende
noch von einer nicht ganz zufriedenstellenden Aerodynamik an seinem
neuen Arbeitsgerät. Mit Chris Mamerow, der in der letzten Saison vier
Gesamtsiege erzielen konnte, ist ein weiterer Porsche-Pilot vom ‘alten’
911 GT3 Cup S auf den ‘neuen’ 911 GT3 R gewechselt.
Als weitere Highlights bei Porsche sind der seriennahe GT3 RS mit der
Rally-Legende Walter Röhrl am Steuer und der GT3 R Hybrid zu nennen. Bei
der Hybrid-Variante konnte Porsche wieder alle Vorteile des
Heckmotor-Konzepts nutzen. Das günstige Package im Frontbereich konnte
dazu genutzt werden zwei Elektromotoren als zusätzlichen Frontantrieb
und zum Rückspeichern der Bremsenergie einzubauen. Damit kann
kurzzeitig, z.B. zum Überholen, ein ‘Extra-Boost’ abgerufen und ein
Allradantrieb realisiert werden. Bei guter Umsetzung sollte das System
Vorteile bringen Als Energiespeicher kommt ein Schwungradsystem zum
Einsatz. Interessant ist sicherlich zu sehen wie sich das Mehrgewicht
des Hybrid-Systems im Vergleich zur Extra-Leistung bemerkbar macht.
In unserer langjährigen Klasse der 4.0l Fahrzeuge nach dem freizügigeren
Reglement der 24h-Specials sind immerhin noch neun Fahrzeuge gemeldet.
Nach dem mit uns abgestimmten freiwilligen Verzicht von Johannes Scheid
(um das Risiko eines Unfalls zu verringern – und damit den Verkauf des
BMW M3 zu gefährden), lockert einzig ein Ferrari F430 das Starterfeld
der Stuttgarter Hecktriebler auf. Interessanterweise muss der seriennahe
911er mit Walter Röhrl am Steuer hier antreten. Der ‘Aussie’ Rodney
Forbes, der letztes Jahr den Eifelblitz u.a. beim 24h-Rennen gesteuert
hat, ist wieder auf einem der zahlreichen Porsche 911 in der Cup-Klasse
gemeldet.
An der Spitze kämpfen also vier Konzepte von drei Herstellern um den
Gesamtsieg. Wie jedes Jahr werden aber auch vereinzelte Überraschungen
auf dem Podium – oder zumindest in den Top-Five – zu finden sein.
Stellvertretend sei der ehemalige DTM Opel Astra von Ralf und Andreas
Schall genannt.
Nicht vergessen werden sollen in dieser Saisonvorschau die vielen
‘kleinen’ Teams bei den Serienwagen und in den kleineren Hubraumklassen
bei den 24h-Specials. Erst diese ermöglichen das beeindruckend große
Starterfeld auf der Nordschleife und stellen traditionell den Meister,
da die Anzahl der Wettbewerber in den einzelnen Klassen über die Punkte
für die Platzierungen entscheidend ist: wer die meisten Konkurrenten in
der Klasse hinter sich hält, bekommt auch die meisten Punkte für den
Klassensieg.
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